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Rezepte |
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Viele Religionen verbieten das Essen von Blut, andere
wieder schreiben ihr magische, ja sogar heilende Wirkung zu. Man gewinne
damit Lebenskraft. Viele der noch überlebenden Ureinwohner feiern
ihre Rituale mit Blut.
Die Blutwurst ist zweifellos ein Gericht das den archaiischen Epochen
der Menschengeschichte entstammt. Die Blunz’n ist denn auch die
letzte Überlebende einer ganzen Reihe von Blutspezialitäten.
Meine Mutter machte noch Blutknödel, Blutsterz, sowie Blutgröstl.
Nicht überall in Österreich zeigt uns die Blunz’n ihr
gleiches Gesicht.
Im östlichen Raum hat sie neben ihrer hübschen, adretten Wurstform,
schöne, weiße Einsprengsel vom Speck und im Westen ist sie
fast schwarz wie ein Mohr und fein wie Mus.
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Die Rezepte sind aus dem Buch Rosenmädchen der
Malerin und Autorin Gerlinde
Zickler. Dazu schmeckt ausgezeichnet Rosenmädchenwein, ein
Zweigelt oder Grüner Veltliner höchster Qualität vom
Weingut Groiss, Klein Wiesendorf. Buch und Wein sind in unserem Geschäft
erhöltlich.
In den folgenden Rezepten ist die Menge für 6 Personen angegeben.
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Für kleine Esser ist dieses Carpaccio gerade
das Richtige!
50 dag Blunzn im Ganzen
3 rohe, geschälte Kartoffeln
1/4 l Sauerrahm
1 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer, frischen Kren
So wird’s gemacht:
Den Schnittlauch (am besten ganz frischen) auf schmalste Röllchen
schneiden, mit Sauerrahm, Salz, Pfeffer aus der Mühle in einer
kleinen Rührschüssel vermengen und auf herzerfrischende Teller
verteilen. Dünngeschnittene, rohe Kartoffelscheiben so fein und
zart wie die Blütenblätter einer weißen Rose, rosettenartig
darauf legen und ca. 3 Minuten im Rohr überbacken. Anschließend
kommen ebenso fein geschnittene Blunznscheiben mit schönen weißen
Einsprengsel von Speck darauf, sodaß ein schönes Blumenbild
entsteht. Dieses Bukett wird nochmals ca. 2 Minuten überbacken
und zum Schluß mit frischgeriebenem Kren zum Duften gebracht.
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Blutwurst und Blattsalat sind sich sehr sympathisch.
diverse Blattsalate
Dressing nach Wunsch
6 Stk. Toastbrote getoastet
40 dag Blunz’ n
1/2 feingeschnittene Zwiebel (geröstet)
2 Eidotter
3 EL Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
2 Knoblauchzehen, gehackter Petersilie
1/8 l Obers
So wird’s gemacht:
Blutwurst, fein wie Mus (wie aus dem westl. Teil Österreichs) mit
Eidotter, angeschwitztem Zwiebel, Petersilie, Brösel, Salz, Pfeffer,
Knoblauch und Obers in einer entsprechend großen Schüssel
verrühren (deftigere Blunzn mit weißen Speckaugen, aus dem
östl. Teil Österreichs, vorher faschieren). Nun braucht alles
ein wenig Ruhe und man hat Zeit eine Farbpalette verschiedener Blattsalate
wie Brunnenkresse, Frissee, Feldsalat, Eissalat, Radiccio, Chicoree,
Lollo rosso, Kopfsalat zu waschen und in einer großen Schüssel
duftig und locker anzurichten.
Das Violett des Lollo rosso und Radicchio die Farbe des Wassermannzeitalters
und der Inspiration, das Gelb vom Chicoree, die Farbe des „Goldenen
Oktobers“, sowie die verschiedenen Grüntöne, ausgleichend
und beruhigend, bringen die Augen zum Leuchten. Salatmarinade leicht
und sanft daruntermischen und zur Seite stellen. Wenn ich so eine Schüssel
mit frischem, knackigem Salat anrichte, sehe ich mich immer als hüpfendes,
springendes Mädchen in den Garten laufen, den meine Eltern liebevoll
hinter dem Haus gehegt und gepflegt hatten, um frischen Salat zu holen.
Meistens habe ich noch eine Karotte oder eine Zuckererbse mitgehen lassen.
Die inzwischen ausgerastete Blunz’nmasse auf die Toastbrote streichen
und ca. 3 Minuten im Rohr überbacken. Die fertigen Blunz’ntoasts
diagonal schneiden, sodaß Dreiecke entstehen und anschließend
kunstvoll auf der fertig angerichteten Salatschüssel verteilen.
Tip: Blunznschnitten eignen sich
auch hervorragend als Einlage für klare Suppen.
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Für Nudelliebhaber!
ca. 1 kg Blunzn in 1 cm dicken Scheiben
ca. 50 dag Nudeln al dente gekocht
1/4 l Sauerrahm
1/4 l Obers
Margarine oder Öl zum Braten
1 EL glattes Mehl
gehackte Petersilie
So wird’s gemacht:
Nudeln, am besten Bandnudeln oder Spaghetti (nicht zu lange), in reichlich
Wasser mit Salz in einem großen Topf aufkochen. Nudeln immer erst
in kochendes Wasser legen, 15 bis 20 Minuten sprudelnd wallen lassen,
(nicht zudecken),
sie müssen al dente bleiben.
Mit meinen Geschwistern hatte ich oft, zum Schrecken der Mutter, bei
Tisch den größten Spaß beim Nudelessen. Wer die meisten
Nudeln mit der Gabel aufnehmen und in den Mund stecken konnte, wurde
mit einem Loblied besungen.
Sauerrahm mit 1 EL Mehl, ein wenig Salz und dem Obers mit einem Schneebesen
hurtig glattrühren, in einem Kochtopf mit den Nudeln erwärmen
und im Backrohr warm halten.
1 cm dicke Blunzscheiben in Mehl betten, einmal mit der Vorderseite
einmal mit der Rückseite. Anschließend in heißem Öl
oder Margarine nur kurz schmoren lassen. Die goldgelb gebratenen Blunznscheiben
mit den samtigweich anmutenden Rahmnudeln auf nicht zu kleine Teller
anrichten und mit saftgrüner, gewaschener Petersilie verzieren.
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1,2 kg Blunzn in 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten
Mehl, Eier und Brösel zum Panieren
Margarine zum Backen
So wird’s gemacht:
Blunznscheiben zuerst in Mehl, dann in Eier und zuletzt in Brösel
wenden, in einer entsprechend großen Pfanne mit ca. 1/2 cm heißen
Backfett schwimmend herausbacken. Als Beilage kann man Petersilienkartoffeln,
Sauerkraut oder verschiedene Salate servieren.
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Der Klassiker unter den Blutwurstgerichten.
80 dag Blunzn in Würfeln geschnitten
80 dag gekochte, in Scheiben geschnittene
Kartoffeln
Kümmel ganz, Majoran,
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 große Zwiebel fein geschnitten
gehackte Petersilie
Margarine oder Öl zum Rösten
frischen Kren
So wird’s gemacht:
Kartoffeln in einer beschichteten Pfanne gut anbraten, Blunzn und Zwiebel
anschließend mitrösten. Damit das Gröstl noch besser
mundet mit Majoran, wenig Salz und Pfeffer frisch gemahlen, würzen.
Kümmel und frischer Kren läßt alles leichter verdauen
und die frische Petersilie, bei den Griechen schon ein geheiligtes Kraut,
verbessert den Vitaminhaushalt und bringt ein wenig Grün auf den
Teller.
Die Tulnerfelderin ißt gerne Sauerkraut dazu.
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Was dem Alpenländer die Krapfen, sind den Leuten
im Donaugebiet im südöstlichen Teil Österreich, die Strudel.
Verschiedene Teigarten, zahlreiche Füllvariationen, viele Zubereitungs-
und Garungsarten stellen den kreativen Kochkünstler auf eine Mutprobe.
Für den Teig:
25 dag Topfen passiert
25 dag Mehl
25 dag weiche Margarine
Für die Fülle:
1 kg Blunzn in kleine Würfel gschnitten
50 dag gekochte Kartoffeln in kleine Würfel geschnitten
3 Eidotter
3 EL Brösel
Salz, Pfeffer und Majoran
So wird’s gemacht:
Topfen, Mehl und weiche Margarine in einer großen Rührschüssel
zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Im Kühlschrank für
einige Stündchen ruhen lassen.
Sämtliche Zutaten für die Fülle in einer ebenso großen
Schüsssel vermischen. Es darf ruhig genascht werden. Den ausgerasteten
Teig in zwei Hälften teilen und sehr dünn ausrollen. Aufpassen,
daß er nicht reißt. Löcher im Teig ist eine große
Schande! Auf je eine Hälfte die 1/2 Blunznfülle auf eine Seite
des Teiges legen und einschlagen. Mit dem Schneebesen die Eidotter zerschlagen,
um dem Strudelmäntelchen eine schöne Farbe zu verleihen und
gleich im Backrohr auf mittlerer Schiene 20 Minuten bei ca. 180 Grad
backen.
Rotkraut:
Im Tullnerfeld wird sehr viel Kraut angebaut und schmeckt auch besonders
gut!
1,5 kg frisches Rotkraut dünn geschnitten
1|8 l Rotwein
2 EL Zucker
2 EL Mehl
1|4 l Rindssuppe
1 EL Magarine
Salz
So wird’s gemacht:
Blaukraut, so haben wir es in Tirol immer genannt, wird feinnudelig
geschnitten. Es wird Ihre Geduld auf die Probe gestellt. Zart und fein
soll es geschnitten sein, das Kraut, wie Suppennudeln. Das war immer
Vaters Arbeit. Er verwendete immer nur ganz scharf geschliffene Messer.
Das Kraut in heißer Margarine oder ÖL anschwitzen, Mehl,
Zucker und Salz dazugeben, kurz durchrühren, mit Rotwein ablöschen
(am besten nimmt man gleich den Tischwein), mit Rindssuppe aufgießen,
fertig weiter köcheln lassen bis sich das Rotkraut kernig anmutet.
Es ist erlaubt, zwischendurch mit einigen Schluckerln Rotwein dem Kochlöffel
mehr Schwung zu geben.
Das Rotkraut auf Teller anrichten, die schmackhaften Blunznstrudelstücke
auf das Kraut betten und guten Apetitt!
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Ein ungleiches Paar, doch paßt es hervorragend
zusammen!
6 Schnitten frischen Lachs a ca. 16 dag
1 kg frisches Kraut fein geschnitten
50 dag Blunzn in Würfel geschnittten
Zitronensaft
Salz, Pfeffer
Margarine oder Öl zum Braten
So wird’s gemacht:
Wie schon erwähnt, frisches Kraut muß immer feinnuddelig
geschnitten sein! Das Kraut kurz anrösten, Blunz’nwürfeln
hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, noch einmal durchrösten
und anschließend warmhalten.
Die Lachsschnitten mit einigen Tropfen Zitronensaft und Salz würzen,
in einer Pfanne (nicht zu klein) mit heißem Fett langsam braten.
Das warmgehaltene Blunznkraut auf eine große Vorlegeplatte betten,
die Lachsscheiben drauflegen und mit zackig-geränderten Zitronenscheiben
verzieren.
Als Beilage schmecken Petersilienkartoffeln
ausgezeichnet!
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Besonders bekömmlich von der Tullnerfelder Kaiserblunzn
und das Lieblingsrezept der Künstlerin
So wird's gemacht:
Für eine Person 15 bis 20 dag Scheiben von der Tullnerfelder Kaiserblunzn
(nicht zu dick), auf einem Teller rosettenartig anrichten, feingeschnittene
Zwiebelringe darauf legen.
Mit verdünntem Apfelessig, Salz, ganz wenig süßem Senf
eine Marinade mixen. Damit die Bluwurstscheiben und Zwiebelringe übergießen,
2 bis 3 EL Kürbiskernöl darüberträufeln und mit
feingehackten, frischen Kräutern, wie Basilikum, Kerbel, Zitronenmelisse
und bißchen Schnittlauch das Blunznschmankerl verfeinern. Dazu
Nußbrot essen! Einfach ausprobieren!
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